Squire Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Und hier stellt sich dann vielleicht nocheinmal vor Gottes Angesicht die Frage: Wie steht es nun mit deinem Leben? Willst du es mit all seinen Ecken und Kanten Gottes Barmherzigkeit anvertrauen oder nicht? Ich würde dann fragen: "Was bringt mir das?" "Ist das für mich mit irgendwelchen Vorteilen verbunden?" und würde dann die für mich vorteilhafteste Alternative wählen.
wolfgang E. Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (bearbeitet) Leereditiert bearbeitet 5. August 2006 von wolfgang E.
fides quaerens intellectum Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Dann müßte Liebe ja auch Gott sein. Liebe ist aber nicht dreifaltig, läßt keine Bibeln verfassen, gründet keine Kirche und hält kein jüngstes Gericht ab. Außerdem kann Gott kaum gleichzeitig Subjekt (Liebender) und Prädikat (Liebe) sein. Um sich da weiter unterhalten zu können muß man zunächst einmal einen gemeinsamen Begriff von Liebe finden. So kommt man da nicht weiter. Du willst Liebe in ein Konzept pressen, und ich denke, genau das funktioniert nicht. Die Dreifaltigkeit Gottes ist eine menschliche Interpretation, die der Unbegreiflichkeit Gottes gerecht zu werden versucht. In ihr wird zunaechst mal der Gedanke sichtbar, dass Gott wesenhaft Beziehung sei. Was Bibel, Kirche und Juengstes Gericht angeht: Interessant ist doch, was dahinter steht. Aufgrund welcher Erfahrungen haben Menschen die Bibel geschrieben und eine Kirche gegruendet? Wie ist die Idee eines Gerichts entstanden? Vielleicht kommt man damit weiter. Ich weiss nicht, ob sich ein Begriff oder eine Definition von Liebe finden laesst. Das, was man fuer Freund/Freundin/Mann/Frau empfindet. Das kannst Du ja auch nicht genau umreissen. Wenn Hölle die Abwesenheit von Liebe ist, dann wäre die Behauptung, dass Gott alle seine Geschöpfe liebt damit widerlegt. Zumindest wäre diese Liebe zeitlich eng begrenzt. Warum? Vielleicht ist die Hoelle leer? Vielleicht ist Hoelle – auch – ein Zustand? Lieben wirst Du nur, wenn Du Dich dafuer entscheidest.
Squire Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Du willst Liebe in ein Konzept pressen, und ich denke, genau das funktioniert nicht. Natürlich funktioniert das, sonst weiß man doch nicht, worüber man redet.
Justin Cognito Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Und hier stellt sich dann vielleicht nocheinmal vor Gottes Angesicht die Frage: Wie steht es nun mit deinem Leben? Willst du es mit all seinen Ecken und Kanten Gottes Barmherzigkeit anvertrauen oder nicht? Ich würde dann fragen: "Was bringt mir das?" "Ist das für mich mit irgendwelchen Vorteilen verbunden?" und würde dann die für mich vorteilhafteste Alternative wählen. Ob man angesichts des Unbedingten, dasselbe als Mittel zum Zweck betrachten kann ist fragelich ... ich wär da glaub ich nicht so cool.
fides quaerens intellectum Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Du willst Liebe in ein Konzept pressen, und ich denke, genau das funktioniert nicht. Natürlich funktioniert das, sonst weiß man doch nicht, worüber man redet. Dann geh halt einfach von der Liebe zu Freund/Freundin aus.
Squire Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Ob man angesichts des Unbedingten, dasselbe als Mittel zum Zweck betrachten kann ist fragelich ... ich wär da glaub ich nicht so cool. In dieser Situation ist es um so wichtiger, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es gibt ja offenbar auch keinen Verbraucherschutz, wie z.B. Widerspruchs- und Anfechtungsrechte. Mit einer gerechten Ordnung hat das ganze nichts zu tun. Dann geh halt einfach von der Liebe zu Freund/Freundin aus. Davon weiß ich sicher, dass sie nicht Gott ist.
Nani Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Frage warum darf keiner Kretik üben. Kretik ist doch nix negatives, würde mich persönlich nur verbieten mein Glauben/Meinung ins lächerliche zu ziehen. Gruß Nani Ich spreche Dir wirklich jede Berechtigung ab mein Gottesbild in dieser Art zu kritisieren. nix neues Du drohst mir ja auch mit Verwarnungen, wenn ich Deine Demokratie kritisiere.
urdu Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Wahrnehmung und Erkenntnis werden, glaub ich, nicht durch Gefühle vermittelt, sondern rufen welche hervor. Nehm ich die Leiblichkeit ernst, braucht's nicht Gefühle, sondern Sinne. Mit denen komm ich aber bei der Wahrnehmung meines Gottes und seiner wohlwollenden Haltung einigermaßen ins Schleudern. Wenn also Gott meine Leiblichkeit ernst nimmt (Und das tut er ja wohl), muss er mir was zum Hören, Sehen, Schmecken, Riechen usw. geben. Tut er ja auch. Man muss schon unterscheiden zwischen dem sinnenhaft wahrnehmbaren (mit Auge, Ohr, etc.) und dem, was erst aufgrund einer Deutung wahrgenommen werden kann. Also z.B. den Kuss eines Menschen kannst du durch das Sinnesorgan Haut spüren. Um zu erkennen, dass sich darin evtl. Liebe ausdrückt, bedarf es einer bewussten oder unbewussten Deutung. Und dieser Deutungsvorgang wird nie ohne Gefühle ablaufen. Vokabelklärung: Das Wort "wahrnehmen" möchte ich ausschließlich auf das beschränken, was meine Sinne tun. Deuten, Interpretieren, Erklären u. dgl., das sind andere Schuhpaare. Klarerweise spielen Gefühle immer mit. Aber sie vermitteln weder Sinn noch Verständnis. Und das Wort selbst: Es ist eine Nominalisierung des Verbs "fühlen". Fühlen kann ich die Wärme der Sonne auf der Haut, den Schmerz in meinem Backenzahn, den Wind in meinen Haaren, Hunger und Durst, Müdigkeit usw. Das ist alles mit "Gefühl" eigentlich nicht gemeint, sondern das, was das Fremdwort "Emotion" besagt. Das ist vom Wortsinn her wiederum eher das, "was mich in Bewegung setzt". In diesem Sinne kann man Gott nicht "fühlen", aber er kann einen "in Bewegung setzen." Will ich Gott dennoch "fühlen", muss ich auf das zurückgreifen, was er mir zu eben diesem Zweck anbietet: die Sakramente, die Kirche, die Heilige Schrift, die Mitmenschen, ... Aber das funktioniert nicht von heut auf morgen. Das muss man einüben, und man muss aushalten, dass es immer viele geben wird, die da sagen: Das bildest du dir alles bloß ein.
Justin Cognito Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (bearbeitet) Ob man angesichts des Unbedingten, dasselbe als Mittel zum Zweck betrachten kann ist fragelich ... ich wär da glaub ich nicht so cool. In dieser Situation ist es um so wichtiger, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es gibt ja offenbar auch keinen Verbraucherschutz, wie z.B. Widerspruchs- und Anfechtungsrechte. Mit einer gerechten Ordnung hat das ganze nichts zu tun. Eine erfrischende Unbekümmertheit gegenüber den letzten Dingen legst du da an den Tag ... man merkt dass es dir nicht ganz ernst ist damit. Das ist dein gutes Recht. Hoffentlich bleibst du bis ins hohe Alter von Schicksalsschlägen verschont, die offenlegen dass das Leben keine Frage des Konsumentenschutzes ist .... und das ist jetzt gar nicht als Kritik gedacht. Die Balance zwischen dem Leichtem umd dem Schweren muss jede / jeder selbst finden. bearbeitet 5. August 2006 von Justin Cognito
urdu Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 OK wenn wir schon ohne die "Hilfskonstruktion" der "wohlbekannten Kirchenmacke" und damit ohne Zweifeln an der kirchlichen Lehre nicht auskommen, dann können wir genau so berechtigt die ewige Hölle in Zweifel ziehen. Kannst du ja gerne, vermut ich mal. Was stellst du dir denn unter "ewig" vor?
Richard26 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Man muss schon unterscheiden zwischen dem sinnenhaft wahrnehmbaren (mit Auge, Ohr, etc.) und dem, was erst aufgrund einer Deutung wahrgenommen werden kann. Also z.B. den Kuss eines Menschen kannst du durch das Sinnesorgan Haut spüren. Um zu erkennen, dass sich darin evtl. Liebe ausdrückt, bedarf es einer bewussten oder unbewussten Deutung. Und dieser Deutungsvorgang wird nie ohne Gefühle ablaufen. Vokabelklärung: Das Wort "wahrnehmen" möchte ich ausschließlich auf das beschränken, was meine Sinne tun. Deuten, Interpretieren, Erklären u. dgl., das sind andere Schuhpaare. Klarerweise spielen Gefühle immer mit. Aber sie vermitteln weder Sinn noch Verständnis. ... In diesem Sinne kann man Gott nicht "fühlen", aber er kann einen "in Bewegung setzen." Will ich Gott dennoch "fühlen", muss ich auf das zurückgreifen, was er mir zu eben diesem Zweck anbietet: die Sakramente, die Kirche, die Heilige Schrift, die Mitmenschen, ... Aber das funktioniert nicht von heut auf morgen. Das muss man einüben, und man muss aushalten, dass es immer viele geben wird, die da sagen: Das bildest du dir alles bloß ein. Hallo Urdu! Also wenn du schon ein Freund der ethymologischen Herleitungen bist, dann schau dir doch mal das Wort "wahrnehmen" genau an. Dort wo "wahr" (Wahrheit) ins Spiel kommt, stehst du immer vor einer Frage der Deutung. Außerdem kann der Mensch ja gar nichts ohne Deutung wahrnehmen und ist sein Wahrnehmen immer subjektiv, weil die Frage der Wahrnehmung immer eine Sache der 1. Person ist. Wir haben keinen neutralen Standpunkt. In diesem Punkt verstehe ich auch überhaupt nicht, wieso es dir so wichtig ist, zu sagen, dass Gefühle weder Sinn noch Verständnis vermitteln. Es geht ja hierbei auch überhaupt nicht um einen irgendwie gearteten Subjektivismus. Von deinem extrem sensualistisch-realistischen Wortverständnis von "fühlen" her lädtst du andere ja geradezu ein, dir Einbildung vorzuwerfen. Indem du jeden Deutungsprozess leugnest, werden die Sakramente ja geradezu zu einem empirischen Faktum. Im Mittelalter war man ja da begrifflich schon weiter, als man im Bezug auf die Realpräsenz zwischen Substanz und Akzidentien unterschied. Und unter Substanz versteht man in der katholischen Theologie bekanntlich das vom geistigen Intellekt geschaute metaphysische Wesen. Mit dieser Formulieren ist ja die Rolle der Deutung durch den geistigen Intellekt auch völlig klar bestimmt. Und damit mir hier nicht der Vorwurf des Subjektivismus kommt: Es ist völlig klar, dass diese Deutung von Gott her ergeht, dass dort, wo der Mensch im Sakrament Wahrheit schaut, er nicht subjektivistische eigene Deutungen erfindet, sondern Anteil an der von Gott her ergangenen Deutung gewinnt. Aber - ich habs ja schon angedeutet -, was mich am meisten interessieren würde, ist, wieso du an dem anthropologischen Grunddatum, dass das Verständnis auch durch Gefühle vermittelt wird, solchen Anstoß nimmst. Siehst du darin eine Gefahr oder was?
Erich Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 ich kenne hier eine Menge lieberale Götzendiener, welche die Liebe anbeten und ihr huldigen. Deus caritas est ... ich wusste doch, mit DEM Papst stimmt was nicht wieso das stimm doch - falsch wäre jedoch "caritas deus est"
Squire Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 wieso das stimm doch - falsch wäre jedoch "caritas deus est" Also Gott = Liebe, Lieber aber ≠ Gott. Ist das nicht unlogisch?
Erich Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 wieso das stimm doch - falsch wäre jedoch "caritas deus est" Also Gott = Liebe, Lieber aber ≠ Gott. Ist das nicht unlogisch? nöö. Gott ist auch die Wahrheit ("Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" sagt Jesus=Gott von sich selbst) - aber die Wahrheit ist nicht Gott; der Weg ist nicht Gott und das Leben ist nicht Gott; Gott ist auch der Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren - aber er ist nicht seine Schöpfung.... etc.
urdu Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (...)Von deinem extrem sensualistisch-realistischen Wortverständnis von "fühlen" her lädtst du andere ja geradezu ein, dir Einbildung vorzuwerfen. Indem du jeden Deutungsprozess leugnest, werden die Sakramente ja geradezu zu einem empirischen Faktum. Naja. Ich glaube, du missverstehst da was. Ich leugne ja keinen Deutungsprozess. Ich halte lediglich "Gefühle" für die Frucht und nicht für die Ursache eines solchen. Im Mittelalter war man ja da begrifflich schon weiter, als man im Bezug auf die Realpräsenz zwischen Substanz und Akzidentien unterschied. Und unter Substanz versteht man in der katholischen Theologie bekanntlich das vom geistigen Intellekt geschaute metaphysische Wesen. Weiß ich. Ich hab meine Theologie und Philosophie schon auch gelernt, wenn auch nicht auf der Uni. Ich such halt auch unaufhörlich nach einer im Heute verankerten Ausdrucksweise, denn was mit Substanz und Akzidentien gemeint ist, das versteht heute keiner mehr oder will es nicht verstehen. Ich geb aber zu, dass ich da noch nicht fündig geworden bin. (...)Aber - ich habs ja schon angedeutet -, was mich am meisten interessieren würde, ist, wieso du an dem anthropologischen Grunddatum, dass das Verständnis auch durch Gefühle vermittelt wird, solchen Anstoß nimmst. Siehst du darin eine Gefahr oder was? Nö. Die These überzeugt mich einfach nicht. Und zugleich traue ich meinem eigenen Gefühl. Wenn etwas mich unsicher macht, dann ist was faul dran. War bisher immer so. Und meine Unsicherheit zu artikulieren ist dann schon mal der Anfang eines Klärungsprozesses. Und was die Sicht der Sakramente als empirisches Faktum betrifft: Irgendwann, denk ich, sollte ein Gläubiger, wenn auch vielleicht nur fall- und augenblicksweise, zu dieser Sicht gelangen. Unsere Verkündigung handelt schon von dem Gott, "der da ist". Ich kann das nicht bildlich, metaphorisch, gleichnishaft oder sonstwie nicht wirklich real nehmen. Solche Deutungsversuche halte ich für verkappte Bemühungen, Ihn wieder aus der Welt zu schaffen. So. Mal sehen wohin es läuft. Ich habe weder ein abgeschlossenes Weltbild, noch einen durchformulierten Glauben, noch ein eindeutiges Gottesbild. Letzteres schon gar nicht. Sowas hat sich mein Gott ausdrücklich verbeten. Vielleicht wehrt sich ja auch nur was in mir gegen anscheinend mit Autorität vorgetragene Endgültigkeiten.
Werner001 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (bearbeitet) wieso das stimm doch - falsch wäre jedoch "caritas deus est" Also Gott = Liebe, Lieber aber ≠ Gott. Ist das nicht unlogisch? nöö. Gott ist auch die Wahrheit ("Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" sagt Jesus=Gott von sich selbst) - aber die Wahrheit ist nicht Gott; der Weg ist nicht Gott und das Leben ist nicht Gott; Gott ist auch der Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren - aber er ist nicht seine Schöpfung.... etc. Bitte nicht unlogisch werden. Die Umkehrung von Gott ist der Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren ist nicht "die Schöpfung ist Gott" sondern "der Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren ist Gott". und dieser Satz ist selbstverständlich richtig, genau wie der Satz "die Liebe ist Gott" richtig sein muss, weil sonst der Satz "Gott ist die Liebe" nicht richtig sein kann. Wo dein Denkfehler liegt: Du nimmst offenbar beide Aussagen als ausshliessend, und das ist natürlich nur die eine, aber nicht beide, also Nur Gott ist die Liebe (wer denn auch sonst) aber nicht Nur die Liebe ist Gott (denn die Liebe ist nur einer von vielen Wesenszügen Gottes) Werner bearbeitet 5. August 2006 von Werner001
Erich Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (bearbeitet) Nur die Liebe ist Gott (denn die Liebe ist nur einer von vielen Wesenszügen Gottes) entscheide Dich Werner. Ist die Liebe Gott oder "nur" eine von vielen Wesenszügen??? Und wie steht es mit der Wahrheit? Ist sie auch Gott? Wie mit em Leben? Ist es auch Gott?? bearbeitet 5. August 2006 von Erich
Werner001 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Nur die Liebe ist Gott (denn die Liebe ist nur einer von vielen Wesenszügen Gottes) entscheide Dich Werner. Ist die Liebe Gott oder "nur" eine von vielen Wesenszügen??? Und wie steht es mit der Wahrheit? Ist sie auch Gott? Wie mit em Leben? Ist es auch Gott?? Ist der Heilige Geist Gott oder nur ein Drittel davon? Die Frage geht in die gleiche Richtung. Die Liebe ist Gott, aber Gott nur unter dieser "Eigenschaft" (*) anzubeten ist genau so falsch wie diesen "Eigenschaft" (*) abzulehnen und über "Lieberale" zu lästern. Du kannst die Liebe und Gott nicht getrennt betrachten. Werner (*) "Eigenschaft" steht in Klammern weil das Wort "Eigenschaft" nur unzureichend beschreibt was gemeint ist. Genauso wie in "Person der Hl. Dreifaltigkeit" das Wort "Person" nur sehr unzureichend beschreibt was gemeint ist. Die Liebe ist nur eine von vielen "Eigenschaften" Gottes, aber sie ist nicht "nur" eine Eigenschaft, denn das würde bedeuten, daß neben Gott auch andere "die Liebe" sind. Das ist aber nicht der Fall.
Erich Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Du kannst die Liebe und Gott nicht getrennt betrachten. und wie ist das mit der Wahrheit, dem Leben? Jesus sagt doch von sich: Ich bin die Wahrheit und das Leben. Erklär mal bitte
Werner001 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Du kannst die Liebe und Gott nicht getrennt betrachten. und wie ist das mit der Wahrheit, dem Leben? Jesus sagt doch von sich: Ich bin die Wahrheit und das Leben. Erklär mal bitte Dafür gilt das natürlich auch! Das ist doch so schwer nicht, oder? Der Heilige Geist ist Gott, der Vater ist auch Gott und Christus ist ebenfalls Gott. Trotzdem ist Gott nur einer. Und dieser Gott ist die Wahrheit, das Leben, die Liebe und vieles mehr und das alles ist Gott! Werner
Erich Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Und dieser Gott ist die Wahrheit, das Leben, die Liebe und vieles mehr und das alles ist das unterschreib ich doch - aber es geht doch um die Umkehrung!! Ist die Wahrheit Gott? Ist das Leben Gott?? was sagst Du dazu?
Werner001 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 Und dieser Gott ist die Wahrheit, das Leben, die Liebe und vieles mehr und das alles ist das unterschreib ich doch - aber es geht doch um die Umkehrung!! Ist die Wahrheit Gott? Ist das Leben Gott?? was sagst Du dazu? Wer sonst ausser Gott ist noch die Wahrheit? Wenn niemand, dann ist die Wahrheit Gott, in dem gleichen Sinne in dem Christus Gott ist, obwohl auch der Vater Gott ist und auch der Heilige Geist Gott ist. Und genauso wie es falsch wäre, Gott nur auch Christus zu reduzieren, wäre es falsch, Gott nur auf die Liebe zu reduzieren. Trotzdem ist es richtig, das Christus Gott ist, und mMn auch, dass die Liebe Gott ist. Werner
Werner001 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (bearbeitet) Die Liebe ist Gott. Ich hab das mal im Google eingegeben, und bin auf folgendes gestossen Die Liebe ist Gott, der sein dreifaltiges Leben auf uns Menschen hin öffnet: Aus Liebe erschafft Gott die Welt und beruft die Menschen als seine geliebten Söhne und Töchter. Der Sohn wird in der Menschwerdung einer von uns. Er zeigt, dass Liebe mehr ist als unverbindliches Gefühl, sondern tätiges Sich-Verschenken. Er öffnet in seinem blutigen Tod sein Herz für uns. Im Herzen Gottes sind wir geborgen. Der Geist von Vater und Sohn wird über allen Menschen, der ganzen Kirche und uns persönlich ins Herz gegossen, so dass wir wie Jesus von allem Hochmut befreit, den Menschen sogar den Sklavendienst der Fußwaschung verrichten können (vgl. Joh 13). Bischof Müller von Regensburg Ausserdem hab ich gefunden, dass schon Augustinus die Analogie mit der Dreifaltigkeit im Hinblick auf "die Liebe ist Gott" gebraucht hat (wow, und ich bin da von allein draufgekommen ) Werner bearbeitet 5. August 2006 von Werner001
Richard26 Geschrieben 5. August 2006 Melden Geschrieben 5. August 2006 (...) Von deinem extrem sensualistisch-realistischen Wortverständnis von "fühlen" her lädtst du andere ja geradezu ein, dir Einbildung vorzuwerfen. Indem du jeden Deutungsprozess leugnest, werden die Sakramente ja geradezu zu einem empirischen Faktum. Naja. Ich glaube, du missverstehst da was. Ich leugne ja keinen Deutungsprozess. Ich halte lediglich "Gefühle" für die Frucht und nicht für die Ursache eines solchen. Ich denke, das ist jetzt sehr spitzfindig. Das ist so ähnlich wie: "Was war zuerst. Das Huhn oder das Ei." Sich hier festzulegen, kann nur falsch sein. Je nach Beleuchtung der Fragestellung ist wohl an beiden Alternativen etwas wahres dran. Und zugleich traue ich meinem eigenen Gefühl. Wenn etwas mich unsicher macht, dann ist was faul dran. War bisher immer so. [...] Also da würde dir vielleicht etwas mehr Selbstkritik nicht schaden. Jeder Mensch kann sich irren. Gefühle tragen auch ihren Anteil dazu bei. Sonst kann gleich jeder sein augenblickliches Gefühl zum Dogma erheben. Und da sich Menschen nicht immer einig sind, liegt es auf der Hand, dass in diesem System irgendwo ein Fehler sein muss. Und was die Sicht der Sakramente als empirisches Faktum betrifft: Irgendwann, denk ich, sollte ein Gläubiger, wenn auch vielleicht nur fall- und augenblicksweise, zu dieser Sicht gelangen. Unsere Verkündigung handelt schon von dem Gott, "der da ist". Ich kann das nicht bildlich, metaphorisch, gleichnishaft oder sonstwie nicht wirklich real nehmen. Solche Deutungsversuche halte ich für verkappte Bemühungen, Ihn wieder aus der Welt zu schaffen. Die Alternative ist nicht real oder "bloß bildlich". Diese Redeweise zeigt deutlich an, dass jemand das realsymbolische Denken, auf dem die Sakramententheologie basiert, nicht verstanden hat. Das Problem gabs schon früher in der Kirchengeschichte, als die Germanen in der Kirche auf den Plan traten. Wenig von der griechischen Philosophie beeinflusst, verstanden auch sie das platonische Urbild-Abbild-Denken nicht mehr, das die frühe Kirche rezipiert hatte, um die Gegenwart Christi in der Gestalt von Brot und Wein zu umschreiben. Die Griechen und die Vertreter der frühen Kirche dachten nicht die Alternative "entweder - oder", sondern "real, weil im Bild gegenwärtig". Und die Unterstellung im letzten Satz des obigen Abschnitts geht an die gesamte katholische Sakramentenlehre. Nur keiner wird sich darin wiederfinden. Vielleicht meinen die, die in sakramententheologischem Zusammenhang die Begriffe Bild und Symbol in den Mund nehmen, es halt nicht so, wie du vermutest. Vielleicht basiert dieses Denken auf einer Ontologie, die wirklich reales Sein im Bild denken kann. Und zwar deshalb, weil sie von keiner materialistischen Ontologie ausgehen. An deiner Stelle würde ich mich jedenfalls zuerst mal etwas einlesen, bevor ich lospoltere. So. Mal sehen wohin es läuft. Ich habe weder ein abgeschlossenes Weltbild, noch einen durchformulierten Glauben, noch ein eindeutiges Gottesbild. Letzteres schon gar nicht. Sowas hat sich mein Gott ausdrücklich verbeten. Vielleicht wehrt sich ja auch nur was in mir gegen anscheinend mit Autorität vorgetragene Endgültigkeiten. Man muss keinen durchformulierten Glauben haben. Wenn man aber die ein oder andere Begrifflichkeit nicht durchdringt, sollte man nicht immer gleich davon ausgehen, wie sie im schlimmsten Fall gemeint sein könnte, weil man damit dem anderen meist nicht gerecht wird. Tja die einen neigen vielleicht dazu, etwas autoritär rüberzukommen, die anderen dazu, mit enormer Selbstherrlichkeit, das zum Angelpunkt zu machen, was ihnen das eigene Gefühl geflüstert hat.
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