Alfons Geschrieben 21. März Melden Geschrieben 21. März (bearbeitet) vor 28 Minuten schrieb nannyogg57: FYI: Wasser zum Kochen bringen, Weißwürschte hineingeben, bei geringster Hitze 15 Minuten erwärmen. Ist wirklich nicht schwer. Ich weiß, ich weiß. Habe ich jahrelang gemacht. Dennoch bevorzuge ich meine eigene Methode. Und - bei allem Respekt vor Traditionen und Vorurteilen - ich biete Dir eine Blindverkostung an. bearbeitet 21. März von Alfons
Weihrauch Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 3 Stunden schrieb nannyogg57: Wasser zum Kochen bringen, Weißwürschte hineingeben, bei geringster Hitze 15 Minuten erwärmen. Ist wirklich nicht schwer. Von allen jemals mir zu Ohren gekommenen Arten, Weißwürste zuzubereiten, ist das die Schrecklichste: Erstens zu heiß, zweitens kein Salz im Kochwasser, drittens zu lang im Wasser. Schau dir mal danach das Kochwasser an, riech mal daran und koste es. Das Salz, und das Aroma, was im Kochwasser ist, fehlt jetzt der Wurst auf dem Teller, und zu all dem Überfluss lässt sie sich auch noch schlechter aus dem Darm pellen. vor 3 Stunden schrieb Alfons: Sie kommen nicht ins Wasser. Ich schlitze bei den noch kalten Weißwürsten die Haut längst auf, entpelle den Inhalt, lege die nackten Würstln auf einen Teller und stelle diesen in die Mikrowelle. Ja. In! die! Mikrowelle! Eine Minute Vollgas, dann viel süßen Senf dazu und ein Stück Bauernbrot mit dick Butter. Fertig. Dieses "Sakrileg" hingegen ergibt Sinn, weil am Ende alles noch dort ist, wo es hingehört, nämlich in der Wurst. In der Kürze liegt die Würze. vor 3 Stunden schrieb Alfons: Und - bei allem Respekt vor Traditionen und Vorurteilen - ich biete Dir eine Blindverkostung an. Würde mich nicht wundern, wenn deine Wurst mit Abstand besser schmeckt. Wenn ich eine Microwelle hätte, würde ich es auf jeden Fall ausprobieren. Wenn's um die Wurst geht, kann ich mir schon vorstellen, dass der Geschmack der Weißwurst mit süßem Senf und einem ehrlichen Butterbrot besser zur Geltung kommt, als "aufgebrezelt". Ich bin nah dran, mir eine Microwelle zuzulegen.
Dies ist ein beliebter Beitrag. Wunibald Geschrieben 22. März Dies ist ein beliebter Beitrag. Melden Geschrieben 22. März vor 9 Stunden schrieb Alfons: Allein schon die Frage, wo genau nun dieser Weißwurstäquator verläuft, kann tiefe Zerwürfnisse verursachen. Ebenso die Bekenntnisfrage, ob nun die Münchner, die Augsburger oder gar die Wurst von Philipp Burkhardt aus Mannheim das Maß aller Weißwürste ist. Weiterhin die erlaubte Uhrzeit des Verspeisens. Besonders aber die Methode. Längst oder quer schneiden? Ausdrücken oder auspellen? König-Ludwig-Schnitt oder das berüchtigte Zuzzeln... Ja. In! die! Mikrowelle! Eine Minute Vollgas, dann viel süßen Senf dazu und ein Stück Bauernbrot mit dick Butter. Fertig. Das Maß aller Weiswürste waren natürlich für mich die aus der Metzgerei meiner Eltern und am allerbesten natürlich direkt aus dem Wurstkessel, aber dazu müsste man gleich neben der Quelle sitzen. Zur Zubereitung folge ich der Methode nannyogg57, die auch das placet meines Bruders (Metzgermeister und Koch) hat. Für das enthäuten* bevorzuge ich einmal quer und dann erst längs und zwar mit einem skalpellscharfen Messer, mir dem man, ganz ohne Druck nur die Haut einritzen kann und den Körper, der schöneren Optik wegen unverletzt lässt. Der süße Senf muss nach der ganz reinen Lehre dieser sein. Ein Butterbrot habe ich noch nie dazu gegessen, sondern immer nur Brezen und dazu ein Weißbier, heute natürlich alkoholfrei oder wenn ich denn doch über die Stränge schlagen will ein leichtes Kuchlbauer. Von Alfons heische ich noch Aufklärung, was unter dem König-Ludwig-Schnitt zu verstehen sei. Ich werde dafür in einem heroischen Selbstversuch aber auch einen Mikrowellenversuch unternehmen und darüber berichten. Meine Frau habe ich einmal erschreckt, als ich ihr erklärt habe, was das Häutelwerk in der Weißwurst ist. Sie hat sich dann doch überzeugen lassen** und es hat bei uns auch später noch Weißwürste gegeben. In dem Zusammenhang noch eine kleine Geschichte über den Bereitschaftsdienst des Staatsanwalts und ein sehr frühes Weißwurstfrühstück. Im Bereitschaftsdienst (Dauer eine Woche,) hat man untertags seine Büro- und Sitzungsarbeit gemacht, musste dann sofort nach Hauseu und bis zum nächsten Morgen am Festnetztelefon (Vorhandyzeit!) die nächtlichen Anrufe der Polizei entgegennehmen. Um 02:30 reisst mich also das Telefon aus dem Schlaf: "KPI (Kriminalpolizei) Freising, wir haben einen Toten an der S-Bahn.." Ich: Du blöder Hund, kannst du mich nicht schlafen lassen! Mein Bruder: Ach, wir sitzengerad so schön bei den Weißwürscht zusammen, Gell, da wärst du jetzt auch ganz gern dabei? Aber warum hast du mich sofort erkannt? Ich: Weil du Depp nicht weißt, dass die KPI in Erding ist. * Das Fremdwort auspellen will ich nicht in den Mund nehmen. Man hat ja auch den heiligen Bartholomäus nich ausgepellt, sondern ihm die Haut abgezogen. ** denn die Wurst ist das sauberste Lebensmittel, die ist vorne und hinten zu- bzw. abgebunden, da kann nichts Schlechtes hinein. 3 1
nannyogg57 Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März Ich möchte jetzt nicht schlecht über Weißwürschte reden, aber Aroma ist nicht das, was sie auszeichnet. Im Vergleich zu anderen Wurstsorten schmecken sie nach nix. Mein Sohn, der beim Dallmayr in die Lehre ging, wollte mir dort bei Wurst/Schinken mal Trüffelweißwürschte verkaufen, wie er im Nachhinein offen zugab, weil es sich dabei um Ladenhüter handelte (ein Kaufmann ohne Skrupel von Geburt an). Eventuell aber @Alfons als Mikrowellenweißwürste zu empfehlen. Wenn es hier um Aroma gehen soll. PS: Weißwürschte im Lokal werden in der Terrine im heißen Wasser serviert, zumindest in zivilisierten Regionen.
Thofrock Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März In unserer Region haben wir vor geraumer Zeit damit angefangen, die Dinge auf dem Grill zu schmeißen.
Weihrauch Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 29 Minuten schrieb nannyogg57: PS: Weißwürschte im Lokal werden in der Terrine im heißen Wasser serviert, zumindest in zivilisierten Regionen. In der Gastronomie ergibt das doppelt Sinn, weil die Weißwurst eben nur bei ca. 70° "gekocht" werden sollte. Würde sie in der Ausgabe auf einem Teller liegend auf den Kellner warten müssen, wäre sie nach dem Transport zum Gast nicht mehr warm genug. Eine Bratwurst ist da toleranter. Der zweite Grund ist ein optischer: An der Luft wird der Darm schnell gräulich, was einer Rufschädigung gleichkommen würde.
Thofrock Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 17 Minuten schrieb Weihrauch: An der Luft wird der Darm schnell gräulich, was einer Rufschädigung gleichkommen würde. Noch ein guter Grund für den Grill.
Shubashi Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März 2 hours ago, Wunibald said: Von Alfons heische ich noch Aufklärung, was unter dem König-Ludwig-Schnitt zu verstehen sei. Ich werde dafür in einem heroischen Selbstversuch aber auch einen Mikrowellenversuch unternehmen und darüber berichten. Dem werde ich mich voll und ganz anschließen. Da ich politisch zu Bayern nix mehr sagen darf, nur folgendes: Wurstig ist es mir fast unersetzlich, Regensburger, Nürnberger und Weisswürschtl. Was den letzteren an Salz fehlt, haben erste dafür über, also muss man nur beide mögen, dann passt‘s schon. Leider ist es wirklich Fügung, hier im Norden an beide ranzukommen, deshalb werde ich mir die Feinheiten und Finessen dazu mal entsagungsvoll für glückliche Tage verwahren.
nannyogg57 Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 2 Stunden schrieb Thofrock: Noch ein guter Grund für den Grill. Was?
Alfons Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 4 Stunden schrieb Wunibald: Von Alfons heische ich noch Aufklärung, was unter dem König-Ludwig-Schnitt zu verstehen sei. Ich werde dafür in einem heroischen Selbstversuch aber auch einen Mikrowellenversuch unternehmen und darüber berichten. Gern doch. Ich zitiere aus dem Weißwurst-Lexikon der Internetseite weisswurstbayern.de, Stichwort König-Ludwig-Schnitt: "Man platziert die Weißwurst auf dem Teller, visiert die Schnittstelle an der linken Seite der Wurst an und sticht in einem Winkel von 45 Grad vertikal von links oben nach rechts unten ein. Danach schneidet man dieses Stück ab. Die Haut, welche auf dem Teller liegt, keinesfalls verletzen. Mediziner nennen so etwas Sagittal-Schnitt. ... (Dies ist nur der Beginn der detailierten Beschreibung). Oder man schaut sich einfach ein Youtube-Video an, etwa dieses hier der SPD Ulm, wo die Verzehrmethode allerdings Zickzack-Schnitt genannt wird. Vielleicht hat es die SPD nicht so mit dem König. 1
Alfons Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 15 Minuten schrieb nannyogg57: vor 2 Stunden schrieb Thofrock: Noch ein guter Grund für den Grill. Was? Ausnahmsweise teile ich deine Emotion.
Thofrock Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 1 Stunde schrieb nannyogg57: Was? Dass sie dann eben nicht gräulich werden, sondern schön braun.
Shubashi Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März 1 hour ago, Alfons said: Oder man schaut sich einfach ein Youtube-Video an, etwa dieses hier der SPD Ulm, wo die Verzehrmethode allerdings Zickzack-Schnitt genannt wird. Vielleicht hat es die SPD nicht so mit dem König. Ha, dabei hätte sich die SPD dort ganz linientreu und patriotisch an die württembergische Rote Wurst halten können. (Die vermisse ich ebenfalls.)
nannyogg57 Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März vor 35 Minuten schrieb Thofrock: Dass sie dann eben nicht gräulich werden, sondern schön braun. Greulich!
Alfons Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März Wo wir gerade beim Thema sind: Heute war das offizielle Angrillen der Thüringer Bratwurst. In Mühlhausen, also dem Mühlhausen im Freistaat Thüringen natürlich. Irgendein Offizieller - Moment, ich schaue nach - ah, der Geschäftsführer des "Herkunftsverbands Thüringer und Eichsfelder Wurst", was es nicht alles gibt, hat dabei versichert, dass die "Thüringer" nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Kulturgut sei. Kultur ist immer gut. Die Bezeichnung Thüringer Bratwurst bzw. Thüringer Rostbratwurst ist übrigens nach EU-Recht geschützt. Das unterscheidet sie von der "Münchner Weißwurst".
bw83 Geschrieben 22. März Melden Geschrieben 22. März Keine Ahnung, was ihr für Metzger habt. Wir haben zwar auch nicht mehr viele, leider, aber die, die Weißwürst selbst herstellen, produzieren durch die Bank welche mit Geschmack. Verstehe auch nicht, was man da Angst haben müsste, dass beim Garen Geschmack verloren geht. Die haben ja einen verschlossenen Darm. 1
Spadafora Geschrieben 23. März Melden Geschrieben 23. März Am 18.3.2025 um 10:56 schrieb Merkur: Wäre Ivor Novello denn noch genehm? ja der geht wie die Meisten die schon vor 1945 aktiv waren wie z,b, https://www.youtube.com/watch?v=kv1F3srwBd4
Spadafora Geschrieben 23. März Melden Geschrieben 23. März da muß man doch hin https://www.youtube.com/watch?v=DWBaf69r4RU 1
Thofrock Geschrieben 23. März Melden Geschrieben 23. März vor 20 Stunden schrieb Alfons: Wo wir gerade beim Thema sind: Heute war das offizielle Angrillen der Thüringer Bratwurst. In Mühlhausen, also dem Mühlhausen im Freistaat Thüringen natürlich. Irgendein Offizieller - Moment, ich schaue nach - ah, der Geschäftsführer des "Herkunftsverbands Thüringer und Eichsfelder Wurst", was es nicht alles gibt, hat dabei versichert, dass die "Thüringer" nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Kulturgut sei. Kultur ist immer gut. Die Bezeichnung Thüringer Bratwurst bzw. Thüringer Rostbratwurst ist übrigens nach EU-Recht geschützt. Das unterscheidet sie von der "Münchner Weißwurst". In Thüringen setze ich keinen Fuß mehr auf den Boden. Da fahre ich nur noch durch. (Hoffentlich war das jetzt keine politische Äußerung)
Alfons Geschrieben 23. März Melden Geschrieben 23. März vor 6 Stunden schrieb Thofrock: In Thüringen setze ich keinen Fuß mehr auf den Boden. Da fahre ich nur noch durch. (Hoffentlich war das jetzt keine politische Äußerung) Sag einfach, dass Du auf den Spuren eines großen Literaten wandelst, Kurt Tucholsky, der sich 1921 über einen anderen deutschen Freistaat empörte: "Reisende, meidet Bayern!"
Cosifantutti Geschrieben 23. März Melden Geschrieben 23. März vor 6 Stunden schrieb Thofrock: In Thüringen setze ich keinen Fuß mehr auf den Boden. Da fahre ich nur noch durch. (Hoffentlich war das jetzt keine politische Äußerung) Man sollte sich in seinen kulturellen und geschichtlichen Interessen durch was auch immer nicht unnötig einschränken lassen, meist bestraft man sich durch solche vermeintlich "heroische" Aktionen selber. Thüringen heißt ja immer auch: Erfurt, Weimar / Buchenwald, Arnstadt, Meiningen....
Thofrock Geschrieben 24. März Melden Geschrieben 24. März (bearbeitet) Das stimmt natürlich. Allerdings irritiert mich in dieser Aufzählung Meiningen. Da bin ich mal durchgefahren, und fand es schon schlimm, nur an einer roten Ampel anhalten zu müssen. Dann kam ich nach Hildburghausen, da war es noch schlimmer. bearbeitet 24. März von Thofrock
Einsteinchen Geschrieben 24. März Melden Geschrieben 24. März Mir fällt da nur Elisabeth von Thüringen ein. Das war noch elender.
Werner001 Geschrieben 24. März Melden Geschrieben 24. März (bearbeitet) vor 8 Stunden schrieb Thofrock: Das stimmt natürlich. Allerdings irritiert mich in dieser Aufzählung Meiningen. Da bin ich mal durchgefahren, und fand es schon schlimm, nur an einer roten Ampel anhalten zu müssen. Dann kam ich nach Hildburghausen, da war es noch schlimmer. Es gibt halt Orte, die sind einfach nur furchtbar. Das einzig halbwegs erträgliche an Göttingen sind zum Beispiel nur die stündlichen ICEs Richtung Hannover bzw Kassel Werner bearbeitet 24. März von Werner001
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